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admin

alfons bleibt in bregenz. die welt geht zugrunde.

was auch nichts sein kann. also alfons macht weiter was er begonnen, weiss aber nicht so recht, wo das hinführen soll. jetzt stehen konkrete Schritte an, also Gespräch mit Personalleiter und Vermieter und so. ein bisschen was hat er sich zusammengespart, nicht so wie man denkt als europäaer …

wenn alfons spazierengeht, hier in bregenz, sieht er die ganzen leute mit den heruntergezogenen mundwinkeln und krummen rücken, nicht so wie man denkt, es sind nur ein paar, es sind fast alle, und alfons denkt sich: die sind alle reich. jeder von ihnen ist reich, finanziell gesehen, hat ein vermögen. nicht so wie in china, wo viele leute kaum oder kein geld haben. aber auch nicht so wie in indien, wo die leute angeblich auf den strassen vergammeln.

colin sagt, alfons lebe ihren traum. einen wunsch haben, nach freiheit und abenteuer, nach einem neuen leben, und dem nachgehen. ich weiss nicht, ob er wirklich das meint.

heute morgen liegt alfons im bett. gestern abend wusste er schon, dass das jetzt zwei wochen einstellung und erholung waren, und jetzt fängt bregenz an, in wirklich zu töten. der gesunde tint noch vom baden war weg, und es fing an bergab zu gehen. so wie die vielen jahre.

ich weiss noch, als ich meine kuschlige kleine wohnung betreten habe, ich dachte, wie kann ich hier leben? aber es geht, alles geht.

so rauche ich nun zigaretten wie zuvor, und siniere wie zuvor, unsinnige gedanken, die die gegend mir aufzwingt, und versuche zwischen tod und leichtsinn zu wählen. in china musste ich kein einziges mal solchen gedanken nachgehen.

pause_vor_der_uni

mein zimmer in shanghai hat jemand anderer bezogen, und ob ich bildungskarenz bekomme, steht in den sternen. unsicherheit betritt mich. was ich noch habe ist das lernen der sprachen, welches mir freude bereitet, und freunde und familie, die mir immer wieder kurz unter die arme greifen und mich ein stück weit tragen. das gute leben, nur ein traum?

One Response

  1. admin Says:

    Mir scheint, als scheinen die Menschen hier zu denken, bzw so zu handeln, als ob sie niemanden bräuchten. Finanziell gesehen. Sind sie auch unabhängig. Kinder brauchen die Eltern, aber nur so lange, bis sie genug eigenes Geld verdienen oder sonstwie finanziell abgesichert sind. Frauen brauchen keine Männer, Männer keine Frauen, Fremde keine Fremde, niemand niemanden. So scheint es.

    Ganz umgekehrt ist aber der Fall, wir alle brauchen einander. Und das hat nichts mit dem Geld zu tun. Für den wissenschaftlichen Character gibt es neuerdings die “Spiegelneuronen” als Erklärung.

    Oli sein Bruder ist angeblich etwas zurückhaltend im Umgang mit Menschen, bzw scheu/schüchtern. Aber er lernt Sprachen, exotische Sprachen, Sprachen, mit denen er mit niemanden sprechen kann.

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