Aug 18
Lebenslauf
admin, 18. August 2010

Das ist doch alles völlig deprimierend. Diese nichtsnutzigen Institute:

mit 18-24 Jahren hab ich mich vielerorts umgehört, bin zu Berufsinformationsmessen gegangen, hab Eignungstests noch und nöcher gemacht. War an staatlichen und privaten Instituten und Institutionen um Hilfe zu bekommen.

Nichts.

NICHTS.

Die sagen einem so Scheissdreck wie “Bäcker”, “Bankangestellter”, “Busfahrer”. Scheissdreck.

Aber die richtig guten Berufe, von den richtig guten Anstellungen haben die mir nichts erzählt.

Nimm mal diesen Lebenslauf hier: Mag. Murr (von der Expo Seite). Von sowas haben die mir nichts erzählt. Studium der Rechtswissenschaften, im schönen Innsbruck. Und nach nur EINEM Jahr nach Eintritt in der WKÖ ab nach China!!!! Dann Athen, Berlin. Mensch!

Ich mein, ich bin doch nur neidisch. Unsereins (?) kämpt um das Überleben. Ja. Täglich Gedanken wie man an genug Geld rankommt um zu ÜBERLEBEN. Aber die, die Leben das schöne Leben. Und ich hab mich informiert. War an x Stellen. Gott, ich hab in Wien sogar das Büro von Scientology angeschaut, nur um rauszufinden wo das gute Leben sein könnte.

Aber alles in allem war ich anscheinend zu dumm um es zu finden.

Aug 1

you all have seen the oil spill pictures from usa:

  • beautiful long beaches, and if you look closely or zoom in, you might notice a slight change towards darkblueish or blackish on the coastline.
  • a couple of birds covered in oil, about to die
  • green BP logos, with a stylish black or brownish dark blue ambiance painted into it

now compare this with the fotos that are published about the china oil spill:

Interesting, isn’t it? Both disasters - by their nature - should look quite the same (only the one in the gulf of mexiko is much larger). But the one in america is presented like disneyland on tv, while the one in China really looks like a severe disaster.

Jul 19
Xia Xian
admin, 19. Juli 2010

Die Realität kann ganz schön bitter sein. In Österreich bleibt man von ihre weitgehend verschont, aber hier in China gibt es keine Trennung zwischen Milieu und Mittelstand. Da es hier auch sonst nicht viel gibt am psychologischen Sektor, und ausgebildete Streetworker schon garnicht, muss ich mir was von der Seele schreiben.

Wenn man in Österreich spazierengeht, in einer Stadt, sieht man viele Frisörläden. Vielleicht ist dir das noch nicht aufgefallen, aber auf so ca 300 Leute kommt ein Frisörladen. Hier in China ist das auch so, nur, dass man hier nicht unbedingt die Frisur gerichtet bekommt, sondern einen Massage, Intimmassage  oder Sex. Das alles weit unter dem Preis einer Frisur in Österreich.

China ist genaugenommen ein grosses Puff. Es gibt unendlich reiche Leute, die haben so viel Geld, dass sie ihre Ferarris in bar bezahlen. Und dann gibt es ganz ganz viele ganz arme Leute. Die haben gar kein Geld. Nicht wie in Österreich “kan Knödel”, nein, die haben nix, nur das Hemd und die Hose am Laib. Und ein paar zerfledderte Schuhe vielleicht.

Und der Chinese, also ich sag mal der Grossteil davon, wenn er ficken will, dann geht er ficken. Und wenn er kein Geld dafür hat, dann macht er es wie der Erpel mit der Ente: Vergewaltigung. Vergewaltigung ist Familiensache in China, und wird nicht verfolgt. Ich habe Szenen gesehen, die in Österreich undenkbar sind, man kann sich solche Sachen nicht mal ausdenken. Aber hier wird das toleriert.

Soviel zum Umfeld.

Letzte Woche war ich saufen und hab Xia Xian kennengelernt. Ich hab sie am Rande der Tanzfläche gesehen, sie stand verstört da, blickte unsicher um sich. Sehr hübsch, sehr unschuldig. Eine Unschuld, die man in Österreich nur bei manchen Kindern findet. Ich hab sie gefragt wo sie herkommt usw. Hab nicht viel rausgefunden, aber sie gab mir ihre Telefonnummer. Zurückrufen kann sie nicht, sagte ihre Bekannte, weil sie kein Geld am Handy hat. Ich hab ihr gesagt wir können uns morgen in der Stadt treffen, dann kauf ich ihr eine Telefonwertkarte.

Hab ich dann auch gemacht. Wir waren spazieren, und ich hab ihr eine Telefonwertkarte und was zum Essen gekauft. Sie sei 18 hat sie gesagt, von zuhause weggezogen, weil ihre Mutter sie immer geschlagen hat. Jetzt wohnt sie in einem ziemlich heruntergekommenen Viertel in einem Rotlichtbezirk, 700 Yuan kostet eine Pritsche im Mehrbettzimmer im Monat. Aber ihre Miete läuft am 5. August aus. Mehr hab ich nicht gefragt.

An einem anderen Tag war ich mit ihr und Freunden abendessen, danach noch tanzen. Sie wollte nicht nach hause, also durfte sie bei mir schlafen. Ich hab ihr Pyjiama und Zahnbürste und alles gegeben. Sie war richtig glücklich. Hat auch ein bisschen gechattet auf meinem Computer. Ich hab ihr ein Schulbuch gegeben und sie hat Sätze vorgelesen und Wörter die sie gerne mochte herausgeschrieben.

Sie war fast wie ein Kind, glücklich, in einer glücklichen Welt.

Das einzig uncoole an der Sache war, dass sie zuviel von KTV wusste. Das sind die Lokalitäten wo Geschäftsmänner hingehen zum Geschäfte abschliessen, und gemeinsam sich an Mädchen zu vergnügen. Striptease, Handjob, Blowjob, bei Gefallen mit ins Hotel und dann stramm durchgefickt. Gehört hier zum Geschäftsleben einfach dazu.

Ich hab sie beobachtet, beim Internetsurfen hat sie sich KTV Plätze angeschaut. Sie sagte ihre Freundin hat gesagt, man müsse dort nur Getränke servieren und könne an einem Abend 300 Yuan verdienen (mit 2500 Yuan im Monat kann ein Chinese/eine Chinesin schon halbwegs gut leben in China, für chinesische Verhältnisse).

Vorgestern hat mir Xia Xian gesagt sie sei in mich verliebt. Kein Wunder dachte ich mir, weil ich wohl der erste Mensch in ihrem Leben war, der sie gut behandelt hat. Ob ich sie auch liebe, hat sie gefragt. “Nein”, habe ich gesagt, “wie auch?” hab ich gesagt. Sie hat geweint.

Gestern hat sie mir geschrieben, dass sie sehr unglücklich sei. Sie wollte arbeiten im KTV, aber der Chef wollte mit ihr Sex machen, bzw konnte sie sich aussuchen mit ihm oder mit einem Klienten. Er hat ihr 5000 Yuan geboten. Sie hat viel geweint, und ist nicht zur Arbeit gegangen hat sie gesagt.

Ich wusste nicht was machen.

Heute wollte sie mich treffen, aber sie ist nicht gekommen. Ich hab ihr geschrieben und sie gefragt was los ist. Sie schrieb zurück “you don’t love me”. Ich hab geschrieben “where are you??”, sie hat geschrieben “somewhere very far. I only want to cry”

xiaxian_

Jul 14
Anna swimming
admin, 14. Juli 2010

Also meinen Freunden hab ich das ja schon geschickt. Aber ich weiss echt nicht was ich davon halten soll. Ich mein hier in China wird man ja täglich von diversen Irrsinnigkeiten überrascht …

anna_swimming

Also was ist davon zu halten? Das kann man mit dem Verstand ja kaum erfassen.

Ach so, du fragst dich, was für Irrsinnigkeiten? Nur zum Beispiel:

Gestern spazier ich so die Xinzha Lu entlang, eine normale Strasse mit 2 Spuren, bleibt ein Strassenreinigungsfahrzeug knapp vor mir stehen.

Dann springt eine Frau raus, dicke kleine Chinesin, um die 40 schätz ich mal, mit nem Apfel in der Hand. Sie marschiert zum nächsten Feuerhydranten, öffnet den mit dem grossen Werkzeugschlüssel, so dass da krass viel Wasser horizontal raussprudelt.

Dann bückt sie sich und fängt sorgfältig an ihren Apfel in dem Wasserfluss zu waschen! Das dauert sicher so 20 Sekunden, bis sie findet, dass der Apfel auch wirklich sauber ist. Dann geht sie zum LKW, setzt sich rein, und verstaut den Apfel sicher am Amaturenbrett. Pause.

Dann kommt sie raus, geht zum Feuerhydranten, und fängt an das Wasser abzudrehen.

Jo.

Ich mein …. hallo …

Jun 20
Verlotterung
admin, 20. Juni 2010

K. seine Sprachgewalt nimmt hier in China immer bizarrere Ausmasse an. Hier seine letzte E-Mail an mich:

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