Jetzt Sonne, endlich. Ich raus, Mittagspause, latsch die Dornbirner Ach entlang runter, vielleicht fünf Kilometer, über ne Brücke, geniesse das Wasser, die Mäander, die Vögel. Sitze auf ner Bank. Steh’ auf, bin in Gedanken,
über meinen Unterricht, die Art zu unterrichten, was vom Herzen kommt, und geh’ über eine Brücke zurück, bleibt ein Mann mit Fahrrad vor mir stehen, mit Hund.
Ich war grad in einer besonderen Stimmung, so meditativ. Und der Mann auch, so ein grosser Bär, Seminaronkel, vielleicht reich, gutes Leben. Ich grüße, gehe vorbei, er wirft seinem Hund einen Stock, ich gehe weiter. Denke nach.
Ich hab da so eine Superpower. Ich habe die Macht interessanten Menschen zu begegnen. Was mir schon so einige erfreuliche Zeit und Umstände beschert hat. Aber bei dem Bär heute, das wär vielleicht total interessant gewesen, in der Sonne, doch mit Wind und Frühlingskühle, ein bisschen zu stehen und zu plaudern und schaun was sich ergibt.
Georg zum Beispiel, hat die Superpower spontan sich für jemandem Zeit nehmen zu können. Das ist total beeindruckend für mich. Ich meine, da hat man das Gefühl (also ich, und ich habe das auch schon bei anderen beobachtet) als sei man für ein paar Minuten ein wichtiger, wertvoller Mensch, wird wahrgenommen und geschätzt in seinem Sein.
Unsere Superpower zusammengenommen ist auch ziemlich cool. So z.B. kam in Wien so ein Typ auf mich zu. Und Georg hat dann mit ihm geredet. Und am Ende hatten wir alle ne gute Zeit, und Lukacs-Arts hat sogar ein bisschen Geld für eine Fotoshooting bekommen. Nett nett.
Aber da ist noch mehr. Irgendwie so funktioniert die Welt. Das andere ist Schein. Muss da noch ein bisschen drüber nachdenken.

