Mär 2
Schlafkultur
admin, 2. März 2010

R. hat sich echoviert, dass beim Feldenkrais die Leute einschliefen. Er regt sich darüber zunehmends auf.

Ich musste also darüber erneut nachdenken, und kam zu dem Schluss, dass R. natürlich Stuss redet. Viele meiner internen Meinungen sind schon recht sattelfest, da brauch ich nichtmehr rumzweifeln, auch wenn Respektpersonen anfangen rumlabern.

Also ich muss nochmal ein bisschen recherchieren:

Das Mittelalter dauerte so ungefähr bis 1500 danach nennt man die Zählung “Neuzeit”. Ludwig der XIV (dem sie das Kiefer zerstört haben) lebte so ca um 1640. Er war einer der ersten, der überhaupt ein Schlafzimmer hatte.

Das haben dann einige nachgemacht. Hat aber bis ca 1900 und länger gedauert, bis das alle nachgemacht haben. Davor haben Menschen einfach überall gepennt, wo sie Platz gefunden haben. Gerne auch im gleichen Bett oder Strohlager, oder vorm Ofen oder so. Wo’s halt Platz gab. Auch Gästen/Durchreisenden wurde ein Platz im eigenen Bett angeboten.

Erst die “im 19. Jahrhundert zunehmende Distanzierung von Frauen und Männern” (Zitat Süddeutsche) hat dann eine völlige Trennung der Zimmer gebracht, von da an mussten auch Kinder alleine schlafen usw.

Da frag ich mich auch, wie weit das Schuld der Produktdifferenzierung ist … ich mein, IKEA Schlafzimmer und so wollen ja auch verkauft sein.

Also das allein zeigt schon, wie leger Schlaf gewesen sein muss. Vor der industriellen Revolution wurde anscheinend nach Sonnenuntergang ein Nickerchen von bis zu 4 Stunden eingelegt, dann war man auf bis ca 2 in der früh, und dann wurde nochmals so 4 Stunden oder so geschlafen. (Quelle A Brief History of sleep)

Ich könnte mir vorstellen, dass es dann noch Nickerchen nachmittags usw gab, so wie Kafka, einer der letzten Verfechter des eigenen Schlafbedürfnisses das praktiziert hat. Allerdings wurde Schlaf früher wohl auch von den Faktoren Schlafplatzverfügbarkeit (wo kann ich ungestört pennen), und Ungeziefer (Läuse, Gelsen/Mücken) und sonstige Krankheiten (Hautjucken, Husten usw) bestimmt.

Dann …

Dann hat wohl die Geldgier gesiegt. Die Menschen wurden in Fabriken gezwungen (bzw gingen freiwillig, um auch mehr von dem Geld zu haben), und dann war der natürliche Rhythmus natürlich beim Teufel.

Arbeitszeiten (und Segen und Fluch Elektrizität) ruinierten die Möglichkeit bei Müdigkeit zu Ruhen. Weiters sank die gesellschafltiche Akzeptanz des Schlafes, bis die meisten Leute Angst hatten zu Schlafen bzw blöd über Schlafen redeten und über andere, die Schlafen wollten, spotteten, sie gängeln und fertig machen; das Verständnis für die Vorgänge des Schlafes ebenfalls. Die meisten Menschen sind schlechte Träumer, von OBE usw ganz zu schweigen, das ist soweit weg wie Atomphysik für den Grundschüler. Traurig traurig.

Und übriggeblieben sind ein paar Irre, die glauben, Schlaf sei was Schlechtes und sie hätten kein Schlafdefizit. Denen empfehle ich allen mal ein Sounder Sleep Seminar oder ein paar dutzend Stunden normales Feldenkrais bei mir.

ok nuff said.

Keine geringe Kunst ist schlafen: es thut schon Noth, den ganzen Tag darauf hin zu wachen. (F. Nietzsche)

Bücher:

oh, und das muss ich auch noch rauskopieren, weil’s so geil geschrieben ist. oh mann, wie vermisse ich gute literatur … und gute gedanken … hm leben wir neuerdings in einer Welt der Unfähigen und Spinner??

Der Schlaf tagsüber, der für uns zum Inbegriff der Faulheit und Arbeitsscheu geworden ist, hat im 19. Jahrhundert in Iwan Alexandrowitsch Gontscharows berühmtem Roman „Oblomow“ ein bleibendes literarisches Denkmal erhalten: „Das Herumliegen war für llja lljitsch weder eine Notwendigkeit, wie für einen Kranken oder für einen Menschen, der schlafen möchte, noch eine Zufälligkeit, wie für einen Müden, noch ein Genuss, wie für einen Faulpelz: es war sein normaler Zustand. Wenn er zu Hause war (und er war fast immer zu Hause), lag er stets im Bett und stets in dem gleichen Zimmer, wo wir ihn vorfanden, das ihm gleichzeitig als Schlafgemach, Kabinett und Salon diente.“

(Quelle Sueddeutsche)

Mär 1
All the movies are the same
admin, 1. März 2010

Jetzt hab ich mir grad hoffnungsvoll die Vorschau von “KNOW1NG” angeschaut, eben in der Hoffnung, dass das mal was neues, interessantes ist, aber schon nach 10 Sekunden war klar, dass das der übliche Gack ist … Wilhelm Reich würde sich im Grabe umdrehen, sein Lebenswerk ging spurlos an den Amis vorbei ….

Hier ein Auszug aus einer Email

Am 31.01.2010 um 14:09 schrieb ich:

weisste,
ich hab mir grad den trailer von “Season of the Witch” angeschaut, und
da fiel mir auf, dass alle filme irgendwie gleich sind,
alle unterstützen so das übliche denken.

zb hier, hexe ist gleich böse. voll komisch.
hab noch keinen film gesehen, in dem das böse besser wegkommt,
wo die story mit dem unmoralischen sympatisiert,
so wie bukowski es vielleicht anzudeuten vermag.

immer die gleiche leier in den kinos, büchern, geschichten,
die ewige moralpredigt der kirche und der sexuell verklemmten.

da muss mal was neues her.

Und D. schickte mir hierzu folgenden Auszug:

Amerikanisches Kino ist doof

aus Praxis des Drehbuchschreibens / Über das Geschichtenerzählen von Jean-Claude Carriere

Mär 1

Wer hätte das gedacht??

backstreet boys in shanghai

klammheimlich, nirgends sonst erwähnt, zufällig auf der kulturseite gefunden, die ich ebenfalls gerade erst gefunden habe. tja, noch gibts wundern…

Feb 19
Wieder ein Tag - warum auch nicht …
admin, 19. Februar 2010

17:35 Uhr, ich fühle mich wacher und erfrischter. Die Nacht kommt, und ich beginne aufzuwachen.

Gestern nach 2 Filmen und 15″ Pizza gemütlicher Familienabend mit drei Mädels, noch in eine Disco, um ein Mädchen zu sehen. Sie war in einer Gruppe, habe mich wiederwillig am Trinken beteiligt, danach hatte noch eine die Idee auf einen Imbiss um 3 in der Früh.

Das besondere an dem Restaurant war, dass es voll war. Ca 100 Tische auf 2 Stockwerke verteilt. Voll. Donnerstag nacht, 3 Uhr morgens.

Anmerkung: dort waren übrigens mehr Hasen/extrem geile Weiber als ich in Österreich in einem ganzen Jahr zu sehen bekam. Und das ist normal hier. Was mich auch nicht gerade fröhlich stimmt, weil es ein Zeichen dafür ist, dass Europa wirklich stirbt, dass in Österreich und auch Europa in 500 Jahren nur noch ein paar arme verrückte wohnen werden, und dass dort sonst alles leer sein wird, wie jetzt in Ostdeutschland. Ich glaube nichtmal mehr and das Märchen der einfallenden Afrikaner.

Um 11 aufgewacht, Internetzeit verschwendet. Ich bin Teil vom Internet komme ich drauf. Weil ich so früh dabei war, ist mein Name versenkt dort wie der Fuss einer Strassenlaterne. Naja.

Dann versucht chinesisch zu lernen. mon dieu, tian, ich versteh immer noch keine babysprache, muss noch mehr, noch intensiver lernen.

Wie machen das die anderen Jungs mit der Vielweiberei? Haben die keine Nebeneffekte. Ich muss mal fragen. Wahrscheinlich sind die meisten Jungs einfach Lügner oder bezahlen dafür. Warum eigentlich. Ich wär froh um eine Freundin. Aber leider bin ich so wählerisch, ich will meinen Traum leben. Dafür zahle ich mit meinem Leben.

Komisch Sache übrigens. Heute dachte ich mir, einmal 2 Jahre ohne Angst leben. Ohne das Wissen, dass man von einer Sekunde auf die andere alles verlieren kann, alles. Einmal ohne Angst leben. Scheiss Eurokurs btw, ich hoffe der geht wieder rauf, damit mein Geld wieder was wert wird. Ich will doch nur leben.

Hab ich 1999 schon gesagt. Als ich mit K. im Aufenthaltsraum der FH in Wien im ersten Stock sass, und wir zusammen aus dem Fenster geschaut haben.

Feb 18
Lange Leitung
admin, 18. Februar 2010

Der Acker im Herzen eines Mannes ist steiniger.

Puh, ich glaub, jetzt hab ich’s verstanden. Hat ganze 24 Jahre gedauert. Zum Teufel, das war aber auch ein schwer verständlicher Satz, und mann muss erst zum Mann werden, bis man das verstehen kann. Schätze ich mal. Oder wie Onkel Josa gesagt hat “manche Dinge muss man selbst herausfinden”.

victor_fdk“Der Acker im Herzen eines Mannes ist steiniger. Ein Mann bestellt ihn und lässt darauf wachsen, wovon er etwas versteht. Was dir gehört, kommt immer wieder zu dir zurück.”

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