Heute auf Hotmail, spam. Aber von wo? Nachgesehen. Oha, ein altes blogspot blog. Hier der Internetausdruck:

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“95. Bruce Wayne character issue - Bruce seems to be developing chemistry with [catwoman] Selina and seems somewhat infatuated with her. Despite this he bangs Miranda Tate just because.” - Comicbookmovie.com
Fand ich auch komisch. Ansonsten, für ‘nen Hollywoodstreifen, echt ok.
Jetzt endlich hab’ ich mich mal mit dem Thema beschäftigt. War schwer zu entdecken, da ich in einer Gesellschaft aufgewachsen bin, in der fast jeder Alkoholiker ist. Da merkt man zwar das was falsch ist, aber man weiss mit dem Verstand nicht, dass was falsch ist. Und deshalb ist man auch so handlungsunfähig und sucht vergeblich.
Meine Entdeckungsreise hat mit einem Film von Will Ferrell “Everything must go” (2010) angefangen. Hab’ ich eigentlich nur prophylaktisch gesehen, weil ich mich durch die imdb Liste von Ferrell durchgearbeitet habe. Hat mich dann sehr berührt der Film, aber ich wusste nicht warum. Ich dachte mir “Ist doch cool”, “Ist doch kein Problem”, “Was haben denn die alle?”
Ein paar Monate später bin ich über “Smashed” mit Mary Elizabeth Winstead und Aaron Paul gestolpert. Der Film kam von einer ganz anderen Richtung. Charlie hat sein Leben gut im Griff: er hat ein Haus, genug Geld, eine Freundin, und es macht ihm richtig Spass zu trinken, er genießt sein Leben und für ihn scheint nichts falsch zu sein. Er lebt zwar nicht so sauber wie die Vorarlberger Saubermänner und Sauberfrauen, aber der Film kam der hiesigen Realität schon viel näher.
Die Zeit verging wieder. Ich dachte über die unterdurchschnittliche Mittelmässigkeit der Leute hier nach, und wie man das genießen und feiern muss, dass so ziemlich alle Leute hier so gut durchkommen. Keiner muss hardcore studieren oder extrem hart arbeiten, um gerade noch so in einer beschissenen Wohnung im 20ten Stock ohne Heizung durchzukommen. Keiner MUSS sein Handwerk perfektionieren oder sich ganz einer Kunst widmen. Die größten Probleme hier scheinen zu sein: “passen die (Scham)Haare noch?”, “ist das Sofa in der richtigen Farbe?”.
Dann kamen ein paar Zeitungsartikel in letzter Zeit, z.b. Alkohlismus kostet Krankenkassen 375 Millionen im Jahr aus Der Standard. Da drin findet man die ganze Scheisse schön in Zahlen zum Schockieren.
Auch die VN schrieb darüber. Und alle haben sich gedacht “ja sowas”, und dann nichts mehr.
Weil für den Vorarlberger ist “Alkoholiker” immer NUR und AUSSCHLIESSLICH der Penner am Bahnhof, mit langen Haaren auf der Parkbank, in alten Klamotten und stinkt nach Pisse. Oder jemand der in die Valduna eingeliefert worden ist. Niemals ist der Alkoholiker der Chef von dieser oder jener Firma, oder gar der fleissige Arbeiter, bei dem Wohnung und Einkommen vorhanden ist, bei dem der Garten schön gemacht ist, die Kleidung sitzt, der brav Schnitzel kocht und ein sauberes Auto hat, und bei dem alles passt.
Odr?
Der Schein trügt. Die ersten Infos hab ich in William E. Swegan “The Psychology of Alcoholism” gefunden. Denn ich hab’ mir gedacht: “Zum Teufel, das gibt’s doch nicht”. Ich weiss von einigen Leuten, bei denen der Alkohol ihr Wesen, ihre Persönlichkeit, ihr Denken, alles, fest im Griff hat. Die seit 30 Jahren keinen eigenen Gedanken mehr rausgebracht haben, und sich nur mit Sicherheiten umgeben, weil sie nämlich trinken, und es wissen, und nichts falsch machen wollen. Die sich ihre Beziehungen danach aussuchen, ob die anderen auch trinken, die ihr ganzes Leben danach planen, Mittags oder Abends ein kleines Achtel oder ein kleines Bier nehmen zu können. Am Tennisplatz nach dem Spiel, oder beim Schwimmen am Strand, you get the idea.
Also Swegan räumt mal mit den gängigen Lügen auf:
usw, steht eh alles in seinem Artikel.
Was mir am meisten aufgefallen ist, dass 900.000 Personen mit gefährlich überhöhten Alkoholkomsum in Österreich nicht die ganze Wahrheit sein kann. Weil die meisten meiner Bekannten niemals in diese Statistiken kommen werden. Sie sind angesehene Bürger, und sogar ihr Arzt trinkt. Usw.
Was ist eigentlich so schlimm an Alkohol? Für die meisten bedeutet es Realitätsflucht. Sie kommen mit der Realität nicht klar, und flüchten sich in Alkohol. Dabei zeigen sie mit den Fingern auf die anderen, weil Alkohol gilt als legitim. Denn sie sind die Guten, weil sie trinken Alkohol und ihr ganzes Leben ist so sauber wie bei einem Vorzeigebürger.
Alkohol verändert die Persönlichkeit. Das verhindert eine kritische Auseinandersetzung mit anderen und mit der Welt. Ich denke, dass Alkohol für die meisten Probleme unserer Gesellschaft stark mitverantwortlich ist. Wer Scheisse baut, kann in Alkohol Trost und Bestätigung finden.
Aber was schert es denn den Alkoholiker, das ist der Catch 22 hier, denn er findet ja alles super. Die WHO Empfehlung schützt ihn, 24 Gramm Alkohol pro Tag sind angeblich laivand. Und sie/er hat ja den Alkohol. Laut WHO Statistik trinken ca 90% der Österreichischen Bevölkerung über 15 Jahre regelmäßig Alkohol. Das Problem ist also WEITAUS schlimmer als die laivand Betrunkenen denken.
